Die Geschwister Theodor Lorenz, Maria Auguste, Auguste und Sofia Wilmshorst wurden alle in Bochum-Hordel  zwischen 1896 und 1901 geboren.

 

Johann Wilhelm Franz Wilmshorst (1836-1884)

mit

Theodora KatharinaReal

(1836-1907)

 

 

 

Horst

(bei Gelsenkirchen) mit dem Kotten "Wilmshorst"

um 1844

 

 

 

 

Im Gedenken an

Hans-Jochen Wilmshorst

(1943  -2001)

 

Martin Wilmshorst (1973  - 2001)

 

 

Herman Wilmshorst wanderte 1881 mit

 Elisabeth Aldiek

in die Vereinigten Staaten von Amerika aus.

 

P. Herrmann Wilmshorst

 

verstarb 1946 mit 35 Jahren als Priester in Brasilien

 

 

 

 Herkunft und Bedeutung des Namens WILMSHORST

Früheste Erwähnung von Wilhelm von der Horst = WILMSHORST

 

Der Name "Wilmshorst" wird in dieser (sowie auch abweichender) Schreibweise auch schon im Jahre 1658 erwähnt, als  ein Andreas Wilmshorst seine Frau Gertrud König ehelichte.

Im "Deutschen Namenslexikon", das die Herkunft und Bedeutung von 15.000 Vor- und Nachnamen erklärt, findet sich der seltene Zuname "Wilmshorst" nicht. "Wilms" als Wortbestandteil wiederum ist seine sehr alte an der Nordseeküste gebräuchliche Form für "Wilhelm(s)".

"Etwa um 1100 herum baute ein sächsischer Adliger sein Haus mitten in das sumpfige Gelände des Emscherbruches hinein. Es handelte sich dabei um eine Wasserburg, die zum Schutz vor Überschwemmungen auf erhöhtem Baugelände errichtet wurde. In den ältesten lateinischen Urkunden wird sie als "castrum horst" bezeichnet, in den deutschen Urkunden später als Burg oder Haus "to der Horst", "tor Horst", "in der Horst" oder einfach "Horst" bezeichnet. Die Burgherren nannten sich "Herren von der Horst" und sind als solche breits in Urkunden von 1168 und 1234 erwähnt.

1130 ging das Lehen "Hurst tu Broich by de Emser" in den Besitz der Klever Familie "derer von der Horst" über, die ihren Wohlstand mit dem Pferdehandel erlangt hatten und nun mit dem Bau einer Burg  auch politisch ihre Ziele und Erfolge manifestieren wollten. So entstand um die Burg auch das Dorf Horst, in dem sich im Laufe der Zeit neben den Bediensteten  des Rittersitzes auch Kleingewerbetreibende und Handwerker ansiedelten. Viele Jahrhunderte hindurch erlebte das westfälische Dorf eine wechselhafte Geschichte, bis es 1928 in die Stadt Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen, eingemeindet wurde und bis heute einen Stadtteil dieser Ruhrmetropole bildet.

Wer sich umfassender mit der  Horster Geschichte befassen möchte, dem empfehle ich die sehr umfangreich und liebevoll gestaltete Seite http://www.norbert-meiners.de/0006_broiche/broiche_frame_01.html

Im althochdeutschen Sprachschatz verstand man unter "Hurst" Gehölz, Gesträuch, Dickicht, Hecke oder auch eng zusammenstehende Bäume, bewaldete Gegend. Offensichtlich verwendete man dieses althochdeutsche "Hurst", mittelhochdeutsch "Horst", als Flurnamen. Diese Bezeichnung war besonders beliebt bei der Namensgebung von Einzelsiedlungen, Gehöften und Burgen, aber auch bestimmend für die ganze Ortschaft, wenn diese in den entsprechenden Fluren entstanden waren. Im deutschen Sprachraum des frühen 11. und 12. Jahrhunderts waren die Naturgegebenheiten für die Namensgebung "Horst" besonders häufig anzutreffen. Damit ist auch die Vielzahl der Burgennamen Horst in unmittelbarer und weiterer Nachbarschaft Gelsenkirchens zu erklären."

(Quelle: "700 Jahre Freiheit Horst", die Festchronik zum Jubiläum  von Josef Büscher, Mai 1982, Seite 11).

Ob man nun aus diesen beiden Wörtern ableiten kann, daß "Wilmshorst" beschreibend nun einen Wilhelm nahe einer bewaldeten Gegend (lebend) bedeutete, ist nicht eindeutig belegbar, deutet aber eben auf einen Flurnamen hin. (Das bei Potsdam gelegene Wilhelmshorst hingegen wurde erst 1907 als Siedlung angelegt und kommt somit als Träger der Namensherkunft nicht in Frage).

Interessant an Horst ist nun  der Auszug aus dem "geometrischer Plan derer zur Herrlichkeit Horst gehoerigen Waldungen Garthens, Wiesen, Weyden und Sath-Laender vermeßen in anno 1765 et 1768 von gez. C. Rudolphie". Auf dieser (unten folgenden) Karte  wird nahe bei Horst in südöstlicher Richtung hart an der Gemarkungsgrenze zur "Schmalhorst"  ein Kotten / Hof mit  dem Name "Willemshorst" bezeichnet.

 

 

In eben diesem Horst wurde, wie schon kurz erwähnt, 1685 Hermann Wilmshorst geboren. Er heiratete am 28.09.1710 in Horst die am 29.06.1687 in Karnap geborene Anna Lausberg - das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen zwei möglicherweise in jungen Jahren starben, da ihre Namen wieder an nachfolgende Geschwister vergeben wurden. Der älteste Sohn, Johann Hermann Wilmshorst (geb. 16.02.1711 in Horst) heiratete am 10.02.1752 die Anna Maria Hülshorst - ein Kotten / Hof mit diesem Namen findet sich ebenfalls auf dem geometrischen Plan weiter südlich. Der Name "Hülshorst" findet sich (im Gegensatz zu "Wilmshorst") auch auf einer Liste der "Leibeigenen der Herrlichkeit Horst (1798/99)" zu Wachtgeld und Wachtkorn  Verpflichteteten.

Mit dem Bau der Schule in Horst wurde im Jahr 1805 eine Auflistung der Belege über die Finanzierung und die Kosten für den Neubau an die Verwaltung in Recklinghausen eingereicht - auf dieser Liste findet sich auch eine Auszahlung von 50 Stöber (entsprach nahezu 1 Reichstaler) an den Förster Wilmshorst am 26.06.1798.

In der Einwohnerübersicht der Freiheit Horst nach 1795 findet sich auch ein Friedrich Willmshorst, von Beruf Leinweber, der dort auch 1812 noch ansässig war. Bemerkenswert ist, das Horst 1806 (also nahezu 600 Jahre nach dem Bau der Burg) erst 390 Einwohner zählte.

Im Rahmen dieser Informationen besteht meiner Ansicht nach die Möglichkeit, dass der Name "Wilmshorst" tatsächlich in enger Verbindung zu diesem nach der Burg benannten Dorf steht. Damals gab es indess noch keine verbindliche Rechtschreibung, so dass die Namen auch phonetisch geschrieben wurden, also nach Gehör. Da die meisten meiner Mitmenschen den Namen erst nach dem Buchstabieren klar verstehen, kann man sich vorstellen, welche Wortkreationen in damaligen Zeiten entstanden sind - die Bandbreite reicht von Willmshorst, Wilmhort, Wilhorst, Willewshoret (so von den Einwanderungsbehörden in den USA 1881 notiert) bis Vilnhurst ! Dennoch können wir davon ausgehen, dass der Name Wilmshorst schon 1685 in Horst schriftlichen Bestand hatte und  sich Nachkommen von dort über die Zeit hinweg aufgrund gesellschaftlicher und politischer Veränderungen, Trauungen und Sterbefälle, Kriege  und Auswanderungen etc. in verschiedene Richtungen verzweigten. So wurde 1765 Henriette Louise Wilmshorst in Minden evangelisch getauf, ihr Vater hieß Heinrich Wilmshorst - einer der Söhne von Hermann Wilmshorst (geb. 1685 in Horst) hieß Heinrich... 

Ein Familienzweig zog von Stoppenberg (Essen) über Bochum, Kleve, Emmerich am Rhein bis  nach Karlsruhe - dieser Linie entstammt meine Frau Nicole Wilmshorst. Eine weitere Linie verlegte ihren Wohnsitz schließlich  nach Hamburg, dort ist sie heute noch ansässig.

 

Johann Wilhelm Franz Wilmshorst (geb. 24.03.1836 in Stoppenberg, Essen -  gest. 03.01.1884 in Stoppenberg, Essen) heiratete am 12.06.1862 in Stoppenberg, Essen seine Frau Theodora Catharina Real (geb. April 1836 in Westerholt - gest. 30.03.1907 in Stoppenberg, Essen). Das Paar hatte 12 Kinder, Johann und Theodora sind die 2-fachen Ugroßeltern meiner Frau Nicole Wilmshorst.

 

In  diesem  Familienzweig, mit dem  wir  Kontakt pflegen  und auch  schon in  Hamburg  besucht haben, herrscht noch die  dunkle Erinnerung an  eine Auswanderung  von Vorfahren / Verwandten nach  Amerika. Tatsächlich ist ein aus Horst stammender  Herrmann Wilmshorst (geb. 21.01.1850 in Horst) mit  seiner schwangeren Frau Anna Katherina Elisabeth Aldiek (geb. 04.05.1854 in Buer) und zwei kleinen Kindern im Jahre 1881 über Antwerpen in die USA ausgewandert. Diese Familie lebt noch heute in Missouri.

Mit der "Henry Edye" wanderte Hermann Wilmshorst 1881 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Das Schiff geriet 1 1/2 Monate später auf einer weiteren Fahrt in einen Orkan und ging im Atlantik verloren - es gab keine Überlebenden...

 

Nach dem Krieg  verschlug es  eine weiteren Familienzweig  nach Würzburg, doch auch  in Essen sind heute noch "Wilmshorst" ansässig. Zu den Familien in Würzburg und Essen besteht noch kein Kontakt, ich hoffe, dies ändert sich  auch im  Rahmen dieser  Homepageerstellung, denn es  fehlen  natürlich noch  viele Teile  dieses "Puzzles". Sogar  nach  England und  Brasilien  (als Missionar)  waren  Familienmitglieder  ausgewandert  -  der Verbleib  in England ist  noch  unklar  während P. Herrmann  Wilmshorst, der ab 1937 als Priester in  Brasilien tätig war, dort am 08.08.1946 im Alter von 35 Jahren verstarb.

 

 

Mein Name ist Joachim Wilmshorst, geb. Baumann, ich habe nach der Hochzeit den Nachnamen meiner Frau angenommen.  Seit etwa vierzehn Jahren beschäftige ich mich nun mit der Erforschung der Stammbäume unserer Familien und diese Suche wird wohl nie enden; ich würde mich über weitere Informationen oder Kontakt zu anderen Trägern dieses Namens sehr freuen.  Daten oder Informationen lebender Personen werden natürlich nicht  oder nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung bekannt gegeben.

Ich wünsche allen Interessierten auf den nächsten Seiten viel Spaß und Freude beim Eintauchen in die Vergangenheit - auf die Richtigkeit der Daten erhebe ich, trotz sorgfältiger Recherche und Abgleich durch Querverweise, keinen Anspruch.

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© Joachim Wilmshorst, Stand: 22.10.2017